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Der Aufbau meiner ersten Einzelausstellung – zwischen Freudentränen, Chaos und einem Traum, der wahr wurde

Manche Tage vergisst man nie.


Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil man am Ende eines langen, chaotischen, aufregenden Tages merkt, dass man gerade etwas erlebt hat, von dem man früher nur geträumt hat.


Genau so ein Tag war der Aufbau meiner ersten Einzelausstellung im Kulturhaus Neutraubling.


Auch heute – fast vier Jahre später – bekomme ich noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.


Doch bevor meine Kunstwerke an den Wänden hingen und alles so aussah, als wäre es ganz selbstverständlich dort entstanden, lagen viele Wochen voller Arbeit, Planung, Zweifel und Vorfreude hinter mir.


Wenn eine Ausstellung mehr ist als nur Bilder an der Wand


Viele Menschen denken bei einer Ausstellung zuerst an die Kunstwerke selbst.


Aber eine Ausstellung besteht aus so viel mehr.


Jedes Bild trägt seine eigene Geschichte in sich. Gleichzeitig müssen alle Werke miteinander harmonieren und wie einzelne Kapitel eines großen Ganzen wirken. Es braucht einen roten Faden, der sich durch den gesamten Raum zieht.


Also schrieb ich Titel und Geschichten zu meinen Werken, gestaltete Schildchen mit allen wichtigen Informationen und zerbrach mir den Kopf darüber, welche Bilder nebeneinander hängen sollten und welche besser Abstand voneinander brauchten.


Ein befreundeter Künstler aus Kassel gab mir damals einen wertvollen Tipp: Die Ausstellung vorab digital planen.


Also fotografierte ich jedes einzelne Werk und schob sie stundenlang auf meinem Bildschirm hin und her. Immer wieder diskutierte ich mit meinen engsten Freunden über die perfekte Anordnung.


Dieses Bild links oder rechts?

Passt dieses Werk neben jenes?

Wirkte die Wand vielleicht zu voll?

Oder zu leer?


Es waren diese kleinen Details, die mich tagelang beschäftigten.


Und irgendwann stand der Plan.


Zumindest dachte ich das.


Der große Tag


Als der Aufbautag endlich da war, war ich vor Aufregung kaum auszuhalten.


30 Kunstwerke mussten aus meinem Atelier ins Kulturhaus transportiert werden, wofür ich mir extra ein großes Auto auslieh.


Meine Mama unterstützte mich mit einem zweiten Auto, wir luden vorsichtig jedes einzelne Werk ein und fuhren los.


Zu meiner Überraschung verlief der Transport völlig problemlos.


Damals wusste ich noch nicht, dass das die entspannteste Phase des Tages bleiben würde.


Der Moment, in dem alles schiefzugehen schien


Kaum hatten wir mit dem Aufbau begonnen, fing das Chaos an.


Für meine Epoxidharz-Uhren hatte ich hochwertige Industrie-Kleber verwendet, die mir ein Maschinenbau-Freund empfohlen hatte. Derselbe Kleber, der sogar bei professionellen Maschinen zum Einsatz kommt.


Was sollte da schon schiefgehen?


Nun ja.


Offenbar hatte sich das Universum entschieden, meine Nerven auf die Probe zu stellen.


Ausgerechnet an diesem Tag lösten sich bei mehreren Werken die Aufhängungen.


Ich weiß noch genau, wie ich dastand und innerlich völlig zusammenbrach.


Meine wunderschönen Uhren.


Meine Ausstellung.


Monatelange Vorbereitung.


Und plötzlich konnte ich die Werke nicht einmal aufhängen.


In meinem Kopf sah ich bereits die komplette Ausstellung scheitern

(Dramaqueen ich weiß, aber genau so hat es sich in dem Moment für mich angefühlt 🥺)


Doch zum Glück war meine Mama da.


Während ich kurz davor war, die Nerven zu verlieren, blieb sie ruhig, organisierte spontan kleine Staffeleien und rettete die Situation.


Und das Verrückte?


Am Ende sahen die Uhren auf den Staffeleien sogar besser aus als die ursprünglich geplante Variante.


Das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten


Kaum war die erste Krise überstanden, wartete schon die nächste.


Ich hatte bei meiner Planung nicht bedacht, dass im Kulturhaus keine Nägel verwendet wurden, sondern professionelle Galerieschienen mit Nylonseilen und Haken.


Meine Leinwände waren darauf überhaupt nicht vorbereitet.


Also standen wir plötzlich da und mussten an nahezu allen Werken neue Aufhängungen anbringen.


Mitten im Aufbau.


Unter Zeitdruck.


Mit jeder Menge Improvisation.


Heute muss ich darüber lächeln.


Damals fühlte ich mich einfach nur wie der größte Anfänger der Welt.


Aber ehrlich?


Ich war Anfängerin.


Ich hatte keinen Mentor.


Aber genau so lernt man.


Nicht durch perfekte Abläufe.


Sondern durch Situationen, in denen man keine andere Wahl hat, als eine Lösung zu finden.



Zwischen Euphorie und Verzweiflung


Ich glaube, selten zuvor haben meine Gefühle innerhalb weniger Stunden so oft die Richtung gewechselt.


In einem Moment dachte ich:

„Oh mein Gott. Meine Kunst hängt gerade in einem wunderschönen Kulturhaus. Wie verrückt ist das bitte?!“


Und fünf Minuten später fragte ich mich:

„Warum läuft hier eigentlich gar nichts nach Plan?“


Zum Glück hatten wir einen weiteren Retter an unserer Seite:


Der Facility Manager des Kulturhauses unterstützte uns neben seinen fähigen Händen mit einer Ruhe und Gelassenheit, die ich in diesem Moment dringend brauchte.


Während ich innerlich Achterbahn fuhr, half er uns souverän durch jede Herausforderung.


Und Stück für Stück entstand sie.


Meine erste Ausstellung.



Der Moment, den ich nie vergessen werde


Irgendwann war alles fertig.


Die letzten Bilder hingen.


Die letzten Schildchen waren angebracht.


Der Raum war still.


Und zum ersten Mal konnte ich einfach nur schauen.


Ich ging langsam durch die Ausstellung.


Sah meine Werke an den Wänden.


Meine Werke.


Nicht in meinem Atelier.


Nicht auf Fotos.


Nicht auf meinem Handy.


Sondern in einer echten Ausstellung.


In diesem Moment war ich vollkommen überwältigt.


Nicht nur stolz.


Nicht nur glücklich.


Sondern zutiefst berührt.


Plötzlich waren all die Wochen voller Arbeit vergessen.


Die langen Tage.


Die schlaflosen Nächte.


Die Zweifel.


Die Zeit, in der meine Wohnung so voller Kunstwerke war, dass ich bei einstelligen Temperaturen auf dem Balkon essen musste, weil drinnen kaum noch Platz war.


Alles war es wert.



Die Heimfahrt voller Tränen


Auf dem Heimweg liefen mir die Tränen übers Gesicht.


Nicht aus Erschöpfung.


Nicht aus Stress.


Sondern Tränen aus purem Glück.


Ich erinnere mich noch heute daran, als wäre es gestern gewesen.


In diesem Moment wusste ich:


Das hier ist nicht einfach ein Hobby.


Das ist mein Weg.


Meine Leidenschaft.


Meine Berufung.



Warum die erste Ausstellung immer etwas Besonderes bleiben wird


Mittlerweile durfte ich bereits mehrere Einzelausstellungen realisieren.


Jede einzelne hatte ihren eigenen Zauber.


Aber dieses erste Mal wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Denn nichts lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, einen Traum zum ersten Mal Wirklichkeit werden zu sehen.


Dieser Tag hat mir gezeigt, dass hinter jedem großen Moment oft Chaos, Unsicherheit und Hindernisse stehen.


Aber er hat mir auch gezeigt, dass es sich lohnt, weiterzugehen.


Dass man nicht alles wissen muss, bevor man beginnt.


Und dass manchmal genau die Dinge, die schiefgehen, am Ende zu den schönsten Lösungen führen.


Meine erste Einzelausstellung war nicht perfekt.


Aber sie war echt.


Und genau deshalb werde ich sie niemals vergessen.


In den nächsten zwei Blogbeiträgen erzähle ich euch mehr spannendes und emotionales zu meiner ersten Einzelausstellung und Vernissage - und wie es war, sich auf diesen ganz besonderen, intimen Abend mit 100 Gästen vorzubereiten.


Alles Liebe,

eure Nadine

 
 
 

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Kontakt: Nadine Bovenkamp
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