Meine erste Einzelausstellung – als ein Traum plötzlich Wirklichkeit wurde
- Nadine - Bovka Painting

- 9. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 13 Stunden
Manchmal verändert eine einzige E-Mail alles.
Nicht die Art von E-Mail, die man erwartet. Sondern die Art, die einen mitten im Alltag erwischt und das eigene Leben für einen Moment stillstehen lässt.
So begann die Geschichte meiner ersten Einzelausstellung.
Die E-Mail, die ich nie vergessen werde
Es war Ende September 2022.
Damals war ich noch relativ am Anfang meiner Selbstständigkeit als Künstlerin. Ich arbeitete unermüdlich an meiner Kunst, nahm Aufträge an, probierte neue Techniken aus und versuchte Schritt für Schritt, mir etwas aufzubauen, von dem ich nicht einmal wusste, ob es jemals funktionieren würde.
An diesem Tag öffnete ich mein Postfach und las eine Nachricht der Kulturbeauftragten der Stadt Neutraubling.
Sie schrieb, dass sie meine Werke gesehen habe, begeistert davon sei und mich fragen wollte, ob ich Interesse hätte, meine Kunst im Kulturhaus Neutraubling auszustellen.
Ich las die E-Mail.
Dann las ich sie noch einmal.
Und noch einmal.
Weil ich mir sicher war, dass ich irgendetwas missverstanden haben musste.
Denn eigentlich hatte ich mich lediglich als Ausstellerin für den Christkindlmarkt beworben.
Und plötzlich wurde ich gefragt, ob ich meine erste große Einzelausstellung machen möchte.
Meine erste Reaktion?
Komplettes Unglauben.
Von „vielleicht irgendwann“ zu „in sechs Wochen“
Ich erinnere mich heute noch an ein Gespräch mit unserer HR-Beauftragten aus meinem Bürojob.
Als ich ihr erzählte, dass ich mich als Künstlerin selbstständig machen würde, sagte sie lächelnd:
„Dann freue ich mich schon darauf, bald deine erste Ausstellung zu besuchen.“
Ich lachte damals und antwortete:
„Oh, das wird sicher noch mindestens zehn Jahre dauern. Falls mir so eine Ehre überhaupt jemals einmal zuteil werden sollte!“
Nicht einmal zwei Jahre später hielt ich eine Einladung zu meiner eigenen Einzelausstellung in den Händen.
Und zwar nicht, weil ich darum gebeten hatte.
Sondern weil jemand auf mich zugekommen war.
Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke.
So hatte ich mir meine erste Ausstellung nie vorgestellt
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich immer ein ganz anderes Bild im Kopf.
Meine erste Ausstellung würde irgendwann in meinem klitzekleinen Heimatdorf stattfinden.
Vielleicht an einem Sonntagnachmittag.
Im Feuerwehrhaus.
Mit selbstgebackenem Kuchen, Kaffee und einer kleinen Handvoll Besucher.
Bescheiden.
Gemütlich.
Klein.
Denn nach "Mehr" hatte ich mich ursprünglich nicht zu Träumen gewagt.
Stattdessen stand nun plötzlich eine Ausstellung im Kulturhaus Neutraubling im Raum.
Ein wunderschöner Ausstellungsort.
Große Räume.
Professionelle Präsentation.
Über mehrere Monate hinweg.
Meine Kunst an den Wänden.
Allein der Gedanke daran machte mich sprachlos.
Die verrücktesten sechs Wochen meines Lebens
Nachdem ich zugesagt hatte, wurde mir langsam klar, worauf ich mich eingelassen hatte.
Bis zur Ausstellungseröffnung blieben gerade einmal eineinhalb Monate.
Eineinhalb Monate.
Für eine komplette Einzelausstellung.
Das Problem?
Die meisten meiner bisherigen Werke hingen bereits bei Kunden zuhause.
Ich hatte also viel zu wenige Arbeiten für eine große Ausstellung.
Es gab nur eine Lösung:
Malen. Und zwar so viel wie irgendwie möglich.
Was folgte, waren Wochen, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde
.
80-Stunden-Wochen.
Frühe Morgenstunden.
Späte Nächte.
Leinwände überall.
Farben überall.
Materialien überall.
Meine Wohnung verwandelte sich komplett in ein Atelier.
Tische verschwanden unter Kunstwerken.
Der Boden war voller Leinwände.
Und manchmal saß ich mit einer schnellen Buchstabensuppe bei einstelligen Temperaturen frierend auf dem Balkon, weil in der Wohnung schlicht kein Platz mehr zum Essen war.
Rückblickend klingt das verrückt.
Damals fühlte es sich einfach notwendig an.
Denn ich hatte ein Ziel.
Und ich wollte diese Chance mit allem, was ich hatte, nutzen.
Das Thema, das mich selbst beschrieb
Während ich malte, beschäftigte mich eine weitere Frage:
Wofür soll diese Ausstellung stehen?
Welches Thema verbindet all diese Werke?
Nach vielen Überlegungen entschied ich mich für den Titel:
„INNERE STÄRKE“
Ein Thema, das damals mein gesamtes Leben widerspiegelte.
Denn eigentlich handelte die Ausstellung nicht nur von meinen Bildern.
Sie handelte von Mut.
Vom Losgehen.
Vom Durchhalten.
Von all den Momenten, in denen man keine Ahnung hat, ob etwas funktionieren wird – und trotzdem weitermacht.
Genau das bedeutete die Selbstständigkeit für mich.
Jeden Tag neue Herausforderungen.
Jeden Tag neue Zweifel.
Aber auch jeden Tag ein kleines Stück Wachstum.
Und genau diese Botschaft wollte ich weitergeben.
Dass oft viel mehr in uns steckt, als wir selbst glauben.

Der Abend, an dem alles real wurde
Dann kam der Tag der Vernissage.
Und plötzlich war er da.
Der Moment, auf den ich wochenlang hingearbeitet hatte.
Ich war aufgeregt.
Nervös.
Glücklich.
Und ehrlich gesagt auch extrem überwältigt.
Denn eine Einzelausstellung fühlt sich unglaublich persönlich an.
Man zeigt nicht einfach Bilder.
Man zeigt einen Teil von sich selbst.
Seine Gedanken.
Seine Geschichten.
Seine Sicht auf die Welt.
Und dann kommen Menschen und betrachten genau das.
Als die ersten Besucher durch die Ausstellung gingen, die Werke betrachteten und sich Zeit nahmen, die Geschichten dahinter zu lesen, fiel langsam die Anspannung von mir ab.
Die Menschen waren berührt.
Sie stellten Fragen.
Sie interessierten sich für die Geschichten hinter den Bildern.
Und plötzlich wurde mir bewusst:
Das alles passiert gerade wirklich.

Zwei Jahre, die mein Leben verändert haben
In meiner Eröffnungsrede erzählte ich von meinem Weg.
Davon, wie ich mich vor zwei Jahren als Künstlerin selbstständig gemacht habe.
Davon, wie ich zwei Jahre zuvor fast ausschließlich Aquarell malen konnte.
Davon, wie ich mich Schritt für Schritt in neue Techniken eingearbeitet hatte.
Digitale Kunst.
Epoxidharz.
Ölmalerei.
Tusche.
Alkoholtinte.
Onlinekurse.
Kooperationen mit Kunstmaterial Herstellern.
Die ersten Aufträge:
Ein Albumcover für einen Musiker, welches heute überall auf Spotify und Youtube zu finden ist.
Ein Bieretikett für eine bekannte Brauerei, das mittlerweile auf Tausenden Flaschen gedruckt wurde.
Viele weitere Projekte und Aufträge, die danach folgten.
Sogar internationale Aufträge.
Und während ich all das erzählte, wurde mir selbst erst richtig bewusst, wie viel in diesen zwei Jahren eigentlich passiert war.
Nicht durch Glück.
Nicht über Nacht.
Sondern durch unzählige Stunden Arbeit, die oft morgens um fünf begannen und erst spät in der Nacht endeten.

Was diese Ausstellung mich gelehrt hat
Wenn ich heute auf diese erste Einzelausstellung zurückblicke, denke ich an die Erkenntnis, dass Träume oft näher sind, als wir glauben.
Dass wir nicht wissen können, was möglich ist, wenn wir es nie versuchen.
Und dass manchmal die Dinge eintreten, die wir uns nicht einmal zu träumen wagen.
Meine erste Einzelausstellung war für mich weit mehr als eine Ausstellung.
Sie war der Moment, in dem ich verstanden habe, dass dieser Weg wirklich meiner ist.
Und dafür werde ich für immer dankbar sein.
Denn manchmal reicht eine einzige E-Mail, um ein ganzes Leben in eine neue Richtung zu lenken.
Im nächsten Blogbeitrag erzähle ich euch viele intime Einblicke in meine erste große Vernissage.
Und bis dahin schaut doch gerne bei meinem Blogbeitrag vorbei, in welchem ich vom Aufbau meiner ersten Einzelausstellung berichte - und glaubt mir, wenn ich sage, es war eine Achterbahn der Gefühle, viel Drama und am Schluss sogar Tränen.
Bis bald und alles Liebe,
eure Nadine


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