Meine erste Vernissage – so viele Emotionen in nur einer nacht!
- Nadine - Bovka Painting

- 24. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Momente im Leben, die sich für immer ins Herz einbrennen. Momente, die man auch Jahre später noch mit allen Sinnen spüren kann. Für mich war einer dieser Momente die Vernissage meiner ersten Einzelausstellung.
Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.
Wochenlang hatte sich mein Alltag nur um diese Ausstellung gedreht. Bilder fertigstellen, Rahmen organisieren, den Aufbau planen, Entscheidungen treffen, die ich zuvor noch nie treffen musste. Doch plötzlich stand nicht mehr die Kunst selbst im Mittelpunkt, sondern etwas, das mir fast noch mehr Respekt einflößte: die Vernissage.
Denn eine Vernissage bedeutet viel mehr, als Bilder an die Wand zu hängen.
Sie bedeutet, Menschen einzuladen, einen Teil deiner Geschichte kennenzulernen.
Sie bedeutet, sichtbar zu werden.
Und genau das machte mir gleichzeitig Freude und Angst.

Zwischen Gästelisten, Blumen und großen Fragen
Die Vorbereitungen begannen mit einer scheinbar einfachen Frage: Wen lade ich ein?
Familie, Freunde, Wegbegleiter, Künstlerkollegen, Unterstützer – plötzlich wurde mir bewusst, wie viele Menschen meinen Weg in den letzten Jahren begleitet hatten. Einladungen wurden verschickt, Flyer gestaltet und organisatorische Listen immer länger.
Doch die größte Herausforderung wartete noch auf mich.
Die Rede.
Eigentlich sollte während des offiziellen Programms eine Laudatio über mich gehalten werden. Lange überlegte ich, wer diese Aufgabe übernehmen könnte. Doch irgendwann spürte ich: Wenn ich schon den Mut habe, meine Kunst öffentlich zu zeigen, dann möchte ich auch selbst meine Geschichte erzählen.
Wie aus den ersten zaghaften Schritten mit Aquarellfarben innerhalb von nur zwei Jahren ein Weg entstand, der mich zu Auftragsarbeiten, Malkursen, neuen Techniken und schließlich zu meiner ersten großen Ausstellung führte.
Vielleicht würde an diesem Abend jemand im Publikum sitzen, der selbst einen Traum hatte und glaubte, er sei zu groß.
Vielleicht konnte meine Geschichte genau dieser Person Mut machen.
Musik, die berührt
Mir war von Anfang an klar, dass Kunst und Musik an diesem Abend zusammengehören sollten.
Zwei wunderbare Freundinnen unterstützten mich dabei. Die eine spielte auf dem Flügel, die andere sang Lieder über Mut, Träume und Selbstverwirklichung.
Als die ersten Töne durch den Saal klangen, wurde aus einer Ausstellung plötzlich ein Erlebnis.
Ein Moment voller Atmosphäre.
Ein Moment voller Gefühl.
Ein Moment, der meine Kunst auf eine Weise ergänzte, die ich mir schöner nicht hätte wünschen können.

Fast 100 Gäste - und ich mittendrin
Dann kam der Abend.
Plötzlich standen sie da.
Fast 100 Menschen.
Festlich gekleidet.
Mit Blumen und Geschenken in den Händen.
Mit herzlichen Umarmungen.
Mit aufrichtiger Freude.
Während sich die ersten Gäste in mein Gästebuch eintrugen, versuchte ich irgendwie, meine Aufregung unter Kontrolle zu halten.
Mit mäßigem Erfolg.
Denn obwohl ich nach außen ruhig wirkte, schlug mein Herz schneller als jemals zuvor.
Die 40 minütige Rede
Das Verrückte daran?
Meine Rede hatte ich erst am selben Vormittag fertig geschrieben.
Nicht gerade die Art von Vorbereitung, die ich empfehlen würde.
Aber in den Wochen zuvor hatte die Ausstellung jede freie Minute verschlungen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als auf mein Herz zu vertrauen.
Und genau das tat ich.
Als ich schließlich auf der Bühne stand, geschah etwas Unerwartetes.
Die Nervosität verschwand.
Nicht komplett.
Aber genug.
Ich erzählte von meinen Anfängen, von Zweifeln, Rückschlägen und Erfolgen. Von meiner Liebe zur Kunst. Von meinem Weg. Von meinen Träumen.
Aus den geplanten Minuten wurden am Ende fast 40 Minuten freie Rede.
Zusätzlich zeigte ich einen kleinen Film über die Entstehung meiner Epoxidharzwerke und nahm die Gäste mit hinter die Kulissen meiner Arbeit.
Als ich schließlich den letzten Satz sprach, fühlte ich mich unglaublich erleichtert.
Und gleichzeitig unglaublich glücklich.

Der Moment, in dem alles Sinn ergab
Nach dem offiziellen Teil begann der Sektempfang.
Endlich konnte ich durchatmen.
Ich beobachtete die Menschen vor meinen Bildern.
Sah ihre Gespräche.
Ihre Reaktionen.
Ihre leuchtenden Augen.
Und plötzlich wurde mir klar:
All die Arbeit hatte sich gelohnt.
Jeder Zweifel.
Jede schlaflose Nacht.
Jede Stunde im Atelier.
Die vielen liebevollen Worte, die Einträge im Gästebuch und die herzlichen Begegnungen berührten mich tief.
Denn an diesem Abend ging es nicht nur um Kunst.
Es ging um Verbindung.
Um Inspiration.
Um Mut.
Und darum, den eigenen Weg zu gehen - auch dann, wenn man nicht weiß, wohin er führt.
Ein Abend für die Ewigkeit
Inzwischen durfte ich zwei weitere Vernissagen organisieren.
Jede einzelne war besonders.
Doch die erste wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten.
Weil sie der Moment war, in dem aus einem Traum Realität wurde.
Der Moment, in dem ich gespürt habe, dass ich angekommen bin.
Und der Moment, der mir gezeigt hat, warum ich diesen Weg als Künstlerin gehe.

Mit ganzem Herzen.
Ganz viel Liebe,
eure Nadine



Kommentare