"Vielfalt in Kunst" – mein erstes inklusives Malkurs-Projekt mit dem Landratsamt Regensburg
- Nadine - Bovka Painting

- vor 11 Minuten
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Manchmal gibt es Projekte, bei denen man schon im ersten Moment spürt: Das hier ist etwas ganz Besonderes.
Und genau so war es, als mich vor einigen Wochen das Landratsamt Regensburg kontaktiert hat.
Sie fragten mich, ob ich mir vorstellen könnte, gemeinsam ein inklusives Kunstprojekt ins Leben zu rufen – Malkurse für Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen mit Migrationshintergrund.
Meine erste Reaktion?
„Was?! Die kommen auf MICH zu? Und klar bin ich dabei!!“ 😲🥹🤩
Ich war ehrlich gesagt erst einmal völlig aus dem Häuschen.
Denn natürlich wollte ich mit meiner Kunst schon immer mehr bewirken, als einfach nur schöne Bilder zu malen. Ermutigung ist ein ganz zentraler Bestandteil meiner Arbeit. In meinen Bildern, in meinen Malkursen und in dem, was ich den Menschen mitgeben möchte, geht es immer auch darum, sich selbst etwas zuzutrauen, Neues auszuprobieren und am Ende stolz auf das zu sein, was man selbst geschaffen hat.
Aber mit einem inklusiven Projekt noch einmal ganz gezielt Menschen mit Beeinträchtigung zu erreichen und mit meiner Kunst auch auf diese Weise etwas Gutes zu tun – das war etwas, das ich mir schon lange von Herzen gewünscht hatte!! ❤️🙏
Was das Landratsamt zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusste: Gerade das Thema Menschen mit Beeinträchtigung ist durch meine eigene Familiengeschichte für mich ein ganz persönliches Herzensprojekt.
Es passte also wirklich wie die Faust aufs Auge.
Ein ganz besonderes Projekt entsteht
Das Landratsamt Regensburg hatte bereits im vergangenen Jahr ein tolles Angebot für Menschen mit Beeinträchtigung auf die Beine gestellt und Kochkurse mit dem international bekannten Regensburger TV- und Sternekoch Anton Schmaus angeboten.
Da er in diesem Jahr aufgrund seiner Tätigkeit für die deutsche Fußballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung stand, sollte es ein neues, kreatives Alternativprogramm geben - mit MIR 😲
Und so entstand die Idee zu unserem gemeinsamen Projekt:
„Vielfalt in Kunst“
Ein Projekt des Landratsamts Regensburg gemeinsam mit mir, bei dem wir verschiedene besondere Orte rund um Regensburg zu kleinen Kunstorten machen und gemeinsam malen.
Und das Beste daran: Das Projekt ist nicht nur für dieses Jahr gedacht. Es geht auch 2027 und darüber hinaus weiter. Für das kommende Jahr sind bereits mehrere Termine geplant und die Locations, die dafür in Aussicht stehen, sind wirklich toll.
Aber bevor es so weit kam, stand erst einmal unser Auftakt vor der Tür.

Der erste Malkurs – und eine kleine Panik
Am 12. August war es soweit.
Unser erster gemeinsamer Malkurs fand im wunderschönen Stadtpark am Chinesischen Turm in Donaustauf statt.
Und für mich war damit gleich mehrfach etwas neu.
Es war mein erster Malkurs für Menschen mit Beeinträchtigung.
Mein erster richtiger Malkurs komplett im Freien.
Und außerdem wusste ich natürlich noch überhaupt nicht, was mich erwarten würde, also wie stark die Teilnehmer zusätzliche Unterstützung benötigen würden - ich kannte sie ja nicht.
Wer mich kennt, weiß: Ich bin ein absoluter Kopfmensch.
Ich plane. Ich denke voraus. Ich überlege, was alles schiefgehen könnte. Ich habe einen Plan A, einen Plan B und am liebsten noch einen Plan C, falls Plan B plötzlich auch nicht mehr funktioniert.
Meine Teilnehmer sollen sich schließlich um nichts kümmern müssen.
Und dann erfuhr ich ungefähr eine Woche vor dem Malkurs auch noch ganz zufällig, dass genau an diesem Abend eine Sonnenfinsternis mit rund 88 Prozent Sonnenabdeckung stattfinden sollte.
Natürlich.
Ein Malkurs im Freien, zum ersten Mal für diese Zielgruppe, Presse vor Ort, die Vize-Landrätin angekündigt – und dann wird es womöglich mitten während des Malkurses dunkel. 🙃🥲
Kleine Panik.
Also begann ich zu überlegen, wie wir das lösen könnten. Ich organisierte kleine Lämpchen, größere Lämpchen, alles batteriebetrieben oder mit Akku – schließlich wusste ich nicht einmal sicher, ob wir dort überhaupt Strom haben würden.
Ich wollte einfach vorbereitet sein.
Und rückblickend muss ich sagen:
All dieser Stress war komplett umsonst.
Denn die Sonnenfinsternis war natürlich da – aber wenn man nicht gerade bewusst darauf geachtet hat, hat man davon eigentlich kaum etwas mitbekommen. Es blieb hell und wir waren sogar ziemlich genau um 20 Uhr fertig.
Plan A bis Z für nichts. 😇🤭
Ein ganz besonderer Nachmittag
Am 12. August fuhr ich bereits mehr als zwei Stunden vor Beginn zum Chinesischen Turm. Meine Mama war diesmal als Aufbauassistenz mit dabei und kurz darauf kamen auch die Kolleginnen und Kollegen des Landratsamtes.
Gemeinsam bauten wir alles im Grünen vor dem wunderschönen Chinesischen Turm auf.
Und da war er:
Der perfekte Sommertag.
Sonne, blauer Himmel, angenehme Temperaturen und diese wunderschöne, idyllische Atmosphäre.
Besser hätte unser Auftakt wirklich nicht sein können.
Kurz vor Beginn kamen nach und nach die Teilnehmer, die Pressevertreter und schließlich auch die Vize-Landrätin.
Die erste Landrätin war leider im Urlaub, aber die Vize-Landrätin nahm sich die Zeit, dabei zu sein und hielt zu Beginn eine wunderschöne Rede über ein friedvolles Miteinander.
Und dann passierte etwas, womit ich blöderweise nicht gerechnet hatte.
Einer der Pressevertreter fragte mich plötzlich:
„Möchten Sie auch noch ein paar Worte an uns richten?“
Ähm.
Uups.
Daran hatte ich wirklich nicht gedacht. 😅
Ich hatte an alles gedacht. An die Teilnehmer. An die Farben. An die Anleitung. An das Wetter. An die Beleuchtung. An meine Pläne A, B und C.
Aber nicht daran, dass ich vielleicht spontan eine kleine Rede halten sollte.
Also habe ich einfach aus dem Stegreif losgelegt.
Und wisst ihr was?
Es hat tatsächlich richtig gut funktioniert.
Ich war danach selbst ein bisschen stolz auf mich und dachte: Wow. Okay. Das war jetzt wirklich rund.
Meine Mama hatte die Rede gefilmt. Abends wollte mein Freund natürlich das Video sehen – und ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen Bammel davor.
Denn kennt ihr das?
Man denkt im Moment selbst: „Das war doch eigentlich ganz gut.“
Und dann schaut man sich später ein Video davon an und denkt:
„Oh Gott. Was habe ich denn da erzählt?“
Ich war wirklich erleichtert, als ich feststellen durfte:
Die Rede war auf Video tatsächlich genauso, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Puh. 😂
Und dann wurde gemalt
Nach der kleinen spontanen Rede ging es endlich los.
Wir malten gemeinsam unser Palmenmotiv mit Sonnenuntergang.
Das Motiv hatte ich bereits eine Woche zuvor bei einem meiner regulären Malkurse angeleitet. Für diesen besonderen Nachmittag habe ich die Anleitung aber natürlich angepasst.
Ein bisschen einfacher, verständlicher und kleinschrittiger – ohne dabei langweilig oder zu banal zu werden.
Denn genau das war für mich eine der spannendsten Herausforderungen:
Wie gestalte ich einen Malkurs so, dass jeder Teilnehmer Freude daran hat, niemand überfordert wird, aber sich gleichzeitig auch niemand unterfordert fühlt, bei Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen / Beeinträchtigungen?
Ich konnte vorher überhaupt nicht einschätzen, wie schnell die Teilnehmer malen würden, welche Unterstützung sie brauchen würden oder wie die Gruppe miteinander funktionieren würde.
Also habe ich mich natürlich vorbereitet – und gleichzeitig beschlossen, mich auch ein Stück weit auf mein Bauchgefühl zu verlassen.
Und genau das war am Ende goldrichtig.
Die Teilnehmer haben Schritt für Schritt mitgemalt und nach und nach entstanden wunderschöne Sonnenuntergänge und Palmen.
Und was dabei so schön war:
Es ging überhaupt nicht darum, ein perfektes Bild zu malen.
Es ging darum, gemeinsam etwas zu erleben.
Auszuprobieren.
Sich etwas zuzutrauen.
Und am Ende dieses Bild in den Händen zu halten und sagen zu können:
„Das habe ich selbst gemacht.“
Ein Moment, den ich nie vergessen werde
Ich glaube, ich werde mich noch sehr lange an diesen Tag erinnern.
Als ich abends nach Hause kam, hatte ich ein ganz ähnliches Gefühl wie nach meiner ersten Vernissage.
Dieses unglaublich schöne, runde Gefühl von:
Heute ist etwas ganz Besonderes passiert.
Ich war einfach glücklich.
Und gleichzeitig unglaublich stolz auf die Teilnehmer.
Denn ihre Freude zu sehen, wie ihre Bilder entstanden sind, war für mich wahrscheinlich das Schönste an diesem ganzen Tag.
Schon während des Malkurses wurde gefragt:
„Wann ist der nächste?“
Und:
„Kann ich auch vorher schon wieder bei einem Malkurs mitmachen?“
Das hat mich wirklich berührt.
Denn genau darum geht es für mich bei meinen Kursen.
Nicht darum, ob am Ende jedes Bild perfekt ist.
Sondern darum, was währenddessen passiert.
Und dann kam diese eine Nachricht
Am nächsten Tag erreichte mich eine Nachricht von einer Teilnehmerin.
Sie hatte wieder Teilnehmer nach dem Malkurs ein kleines Zertifikat und ein Geschenk bekommen und wollte sich noch einmal persönlich bedanken.
Sie schrieb mir, dass der Malkurs für sie das Highlight der Woche gewesen sei und ihr einen richtigen Boost für Motivation und Selbstbewusstsein gegeben habe.
Und ich glaube, sie kann sich gar nicht vorstellen, was diese Nachricht bei mir ausgelöst hat.
Denn genau das möchte ich mit meiner Kunst erreichen.
Menschen ermutigen.
Menschen zeigen, dass sie etwas schaffen können.
Ihnen ein gutes Gefühl geben.
Und vielleicht für einen kleinen Moment dafür sorgen, dass sie sich selbst ein bisschen mehr zutrauen.
Zu lesen, dass das tatsächlich funktioniert, war für mich unglaublich schön.
Und als wäre das noch nicht genug, hat sie anschließend direkt Tickets für meinen nächsten Malkurs im September für sich und ihre Tochter gebucht.
Was für ein wunderschönes Feedback. ❤️
Ein ganz persönlicher Moment
Und dann gab es noch einen Moment, der diesen Tag für mich ganz besonders gemacht hat:
Meine kleine Schwester war selbst eine der Teilnehmerinnen.
Sie hat bei diesem Malkurs ihr allererstes Acrylbild gemalt.
Und ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös.
Nicht, weil ich ihr das nicht zugetraut hätte – sondern weil ich überhaupt nicht wusste, wie sie mit der Anleitung zurechtkommen würde und ob sie Ausdauer und Spaß daran haben würde.
Aber sie hat es großartig gemacht.
Und meine Mama erzählte mir später, dass sie sich sogar noch einige Tage danach hingesetzt und das Bild immer wieder gemalt hat, weil es ihr so viel Freude gemacht hatte.
Allein das zu hören, hat mich unglaublich glücklich gemacht.
„Vielfalt in Kunst“ – und es geht weiter
Unser Auftakt mit dem Landratsamt Regensburg war für mich persönlich ein riesiger Meilenstein.
Und auch medial hat das Projekt bereits einiges an Aufmerksamkeit bekommen. Schon vor dem ersten Malkurs wurde in verschiedenen Zeitungsartikeln über das neue Projekt berichtet.
Und danach wurde es sogar noch einmal richtig besonders:
Eine Zeitung widmete unserem Malkurs eine komplette Seite – mit vielen Fotos und einem unglaublich wertschätzenden und schönen Artikel über das Projekt, die Teilnehmer und unseren gemeinsamen Nachmittag.
Als mir mehrere Menschen den Artikel ein paar Tage später zugeschickt haben, saß ich wirklich da und dachte:
Wow.
Eine ganze Zeitungsseite über unser Projekt.
Über meine Kunst.
Über meine Malkursteilnehmer.
Über etwas, das mir persönlich so sehr am Herzen liegt.
Ich hätte mir das ehrlich gesagt niemals erträumt.
Vor allem hätte ich mir niemals träumen lassen, dass das Landratsamt Regensburg auf mich zukommt, um gemeinsam mit mir ein solches Projekt ins Leben zu rufen.
Manchmal zahlt sich der Weg aus
Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, gab es natürlich auch Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob sich all die Arbeit irgendwann auszahlen wird.
All die Malkurse.
All die Bilder.
All die Planung.
All die kleinen Schritte.
All die Momente, in denen man einfach weitermacht, obwohl man den Wald vor lauter (Arbeits-) Bäumen nicht mehr sieht und einfach nur erschöpft ist.
Und dann gibt es Momente wie diesen.
Und man merkt:
Doch. Es lohnt sich.
Kontinuität lohnt sich.
Dranbleiben lohnt sich.
An sich selbst zu glauben lohnt sich.
Und auch wenn nicht jeder Tag immer leicht ist, glaube ich fest daran, dass es sich lohnt, immer positiv nach vorne zu schauen und seinen eigenen Weg weiterzugehen.
Für mich ist „Vielfalt in Kunst“ deshalb nicht einfach nur ein weiterer Malkurs.
Es ist ein Herzensprojekt.
Ein Projekt, das zeigt, dass Kunst Menschen verbinden kann – unabhängig davon, woher jemand kommt, welche Voraussetzungen er mitbringt oder wie viel Erfahrung er mit Farbe und Pinsel hat.
Und ich freue mich unglaublich darauf, zu sehen, was daraus noch alles entsteht.
Der nächste gemeinsame Malkurs mit dem Landratsamt Regensburg findet am 4. November im Mehrgenerationenhaus in Regensburg statt.
Die Anmeldung erfolgt über Herrn Wend, Telefon 0941 4009-268 oder Frau García Jociles, Telefon 0941 4009-531 sowie per Mail an hilfen.lebenslagen@lra-regensburg.de.

Und für 2027 sind bereits vier weitere Termine geplant.
Ich freue mich riesig auf all die Menschen, die wir noch kennenlernen werden, auf all die Bilder, die entstehen werden, auf neue besondere Orte – und vor allem auf viele weitere Momente, in denen jemand am Ende sein eigenes Bild betrachtet und vielleicht denkt:
„Wow. Das habe ich selbst geschafft.“
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Vielfalt in Kunst. ❤️
Von Herzen,
eure Nadine




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